Die Kirche St. Peter

Geschichte der evangelischen Kirche in Groß Borstel

Die Geschichte der evangelischen Kirche in Groß Borstel reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Ursprünglich gehörte der Stadtteil kirchlich zur Eppendorfer Gemeinde St. Johannis. Mit dem stetigen Wachstum der Einwohnerzahl entstand bereits Ende des 19. Jahrhunderts der Wunsch nach eigenen Gottesdiensten vor Ort. Diese fanden zunächst unter einfachen Bedingungen in der Gemeindeschule statt. In den folgenden Jahrzehnten setzte sich die Gemeinde immer stärker für eine eigenständige kirchliche Versorgung ein.

Einen wichtigen Schritt auf diesem Weg stellte die Errichtung des Kirchsaals „Christus über den Wogen“ im Jahr 1932 dar. Der nach Plänen des Architekten Fritz Höger entstandene Bau diente fortan als Mittelpunkt des Gemeindelebens. Gleichzeitig war er als erster Baustein eines größeren kirchlichen Zentrums gedacht. Nach der Loslösung von der Muttergemeinde St. Johannis im Jahr 1947 und dem starken Bevölkerungswachstum der Nachkriegszeit wurde der Bedarf nach einem größeren Kirchengebäude immer deutlicher.

1955 beschloss der Kirchenvorstand einstimmig den Bau einer neuen Kirche auf dem Gelände an der Borsteler Chaussee und dem Schrödersweg. Aus mehreren Entwürfen wurde der Vorschlag des jungen Hamburger Architekten Otto Andersen ausgewählt. Sein moderner Kirchenbau verband funktionale Anforderungen mit einer eigenständigen architektonischen Formensprache. Gleichzeitig entschied sich die Gemeinde für den Namen „St. Peter“, der an das traditionelle Motiv des sinkenden Petrus anknüpfte, das bereits den Vorgängerbau geprägt hatte.

Bau der neuen Kirche

Mit dem ersten Spatenstich am 10. März 1958 begann die Bauphase. Schon am 8. Juni desselben Jahres wurde der Grundstein gelegt. Nach nur etwa zehn Monaten Bauzeit konnte das neue Gotteshaus vollendet werden. Die feierliche Kirchweihe fand am 26. April 1959 statt. Der markante Backsteinbau mit seinem freistehenden, 40 Meter hohen Turm entwickelte sich rasch zu einem Wahrzeichen Groß Borstels und prägt bis heute das Ortsbild des Stadtteils.

Besonders hervorzuheben sind die klare Gestaltung des Innenraums sowie die hochwertige künstlerische Ausstattung. Werke des Bildhauers Fritz Fleer, die farbigen Glasfenster von Claus Wallner und die textilen Arbeiten von Eira Ahola verleihen der Kirche ihren charakteristischen Ausdruck. Die helle und offene Architektur fördert bis heute die Verbindung von Gottesdienst, Gemeinschaft und kulturellem Leben.

Seit ihrer Einweihung ist die Kirche St. Peter nicht nur ein Ort des Glaubens, sondern auch ein wichtiger sozialer und kultureller Mittelpunkt Groß Borstels. Zahlreiche Generationen von Gemeindemitgliedern haben das Gemeindeleben geprägt und weiterentwickelt. So steht St. Peter bis heute für die enge Verbindung von kirchlicher Tradition, gesellschaftlichem Engagement und der Geschichte des Stadtteils.

Die Kirchenfenster

Die Kirchenfenster in der evangelisch-lutherischen Kirche St. Peter in Groß Borstel wurden vom Hamburger Künstler Claus Wallner gestaltet. Sie spiegeln die Symbolik der Taufe und christliche Grundmotive wider.

Die Fenster gliedern sich in folgende markante Elemente:

  • Das Tauffenster: Das sehr farbige Hauptfenster befindet sich rechts vom Altar hinter dem Taufstein. Es ist eine Arbeit in sogenannter Beton-Dallverglasung und stellt Bezüge zur Taufe dar. Es zeigt die Namen von neun der zwölf Apostel sowie zentrale christliche Zeichen: das Alpha und Omega (Anfang und Ende), die Taube (Heiliger Geist), das Kreuz und das Christusmonogramm IHS.

  • Rundfenster an der Empore: Drei farbige Betonglas-Rundfenster im Treppenaufgang zur Orgelempore zeigen traditionelle christliche Symbole: den Hahn (Wachsamkeit), Lämmer (Agnus Dei / Gotteslamm) und Fische (uraltes Erkennungszeichen der ersten Christen).

  • Emporenfenster: Die große, zweiteilige Fensterwand zu beiden Seiten der Empore ist überwiegend farblos gehalten, um viel Licht in den Raum zu lassen, und weist feine pflanzliche Ornamentik auf.

Zusatz (Altes Gemeindehaus): Falls Sie die historischen Fenster suchen: Im alten Gemeindehaus (Baujahr 1932) befinden sich zudem elf bunte Buntglasfenster von John Reinert Nickelsen. Diese zeigen biblische Darstellungen sowie Wappen und Hausmarken alter Groß Borsteler Höfe und Familien